Rhythmisierung

Jede Woche folgt einem klaren Rhythmus. Zum Beginn der Woche erfahren die SchülerInnen neue Inhalte in den Inputstunden, gegen Ende der Woche vertiefen sie das Gelernte auf unterschiedlichen Niveaustufen im Lernstudio. Die Stundenpläne sind parallel, so kann mit der anderen Lerngruppe zusammengearbeitet werden.

Niveaustufen

Das Grundlegende Niveau (GN) entspricht dem Bildungsplan der Werkrealschule,
das Mittlere Niveau (MN) entspricht dem Bildungsplan der Realschule,
das Erweiterte Niveau (EN) entspricht dem Bildungsplan des Gymnasiums.

GN = WRS, MN = RS, EN = GYM
Input und Lernstudio

Inputstunden

Im Input werden von der Lehrkraft neue Inhalte vermittelt, die Schülerinnen und Schüler werden in neue Themen eingeführt und auf diesem Wege entwickeln sie unterschiedliche Kompetenzen. Im Input wird in Gruppen kooperativ gearbeitet, projektorientiert oder auch klassisch frontal.

 

Lernstudio

Im Lernstudio finden die Schüler dann die Zeit, an diesen Themen und Kompetenzen selbstständig und individualisiert weiter zu arbeiten, zu vertiefen, oder zu wiederholen. Die klassischen Hausaufgaben gibt es an der JFMS nicht, alle Aufgaben werden in Begleitung der Lehrerinnen und Lehrer in der Schule erledigt – und wenn „der Schuh drückt“, ist immer gerne ein Mitschüler oder die Lehrkraft bereit, Hilfestellung zu leisten. Die zu erledigenden Aufgaben, die sogenannten Lernjobs, werden auf allen Niveaustufen angeboten, sodass Schülerinnen und Schüler entscheiden können, welche Aufgaben für sie den passenden Schwierigkeitsgrad haben. Selbstverständlich werden sie dabei von ihren Lehrerinnen und Lehrern beraten.

Differenzierung

Klasse 5 & 6 – Orientierungsstufe
Die Klassen 5 und 6 bilden die sogenannte Orientierungsstufe, da es unserer Erfahrung nach viele Kinder gibt, die im Laufe dieser beiden Jahre noch große Schwankungen in ihren Leistungen aufweisen. Auch gibt es eine große Anzahl, die Ende Klasse 4 noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können und noch ein, zwei Jahre benötigen, um herauszufinden, auf welchem Leistungsniveau sie sich befinden. Ob Spätstarter oder Senkrechtstarter, wir fangen Unterschiede auf, bauen Stärken aus und arbeiten an Verbesserungsmöglichkeiten, um die Schüler*innen zu der bestmöglichen Potenzialentfaltung zu bringen. Gerade die ersten beiden Jahre der weiterführenden Schule sind für einige Kinder schwierig, nach vier Jahren in der gewohnten Grundschulumgebung. Wir unterstützen die Fünft- und Sechstklässler auf ihrem Weg hin zu ihrer individuellen Niveaustufe und bieten Orientierung, Feedback und Hilfestellung.

Inputdifferenzierte Gruppen ab Klasse 7
In den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch unterscheiden sich Inhalte, Tempo, Umfang und Schwierigkeitsgrad des Unterrichtsstoffes ab Klasse 7 deutlicher zwischen den drei Niveaustufen, als noch in den Klassen 5 und 6 der Orientierungsstufe. Uns ist es wichtig, die Überflieger nicht zurückzuhalten und diejenigen, die noch mehr Übungszeit oder Hilfe benötigen, nicht abzuhängen. Aus diesem Grund geben wir den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, sich ihres Niveaus entsprechend zu entscheiden, inwieweit sie sich dem jeweiligen Fach oder Thema vertieft widmen möchten. Wenn das Thema es sinnvoll erscheinen lässt, dass beispielsweise das Erweiterte und Grundlegende Niveau zu weit auseinander liegen und nicht jeder Schüler und jede Schülerin das bekommt, was er/sie braucht,
teilen wir die Gruppe zeitweise und in kleinen Dosen in leistungshomogenere Untergruppen auf. Dies geschieht nur sehr selten und ausschließlich dann, wenn ein gemeinsames Unterrichten aller Niveaustufen den einzelnen Schülern nicht mehr gerecht wird.

Ab der 8. Klasse trennen wir die Gruppen in den Hauptfächern häufiger, sodass beispielsweise im Fach Englisch das sprachliche Niveau für alle Schüler*innen auf einem für sie optimalen Stand ist. Dasselbe gilt auch für Mathematik und Deutsch. Dieses Vorgehen dient einzig und allein den Schülern und Schülerinnen, denn wir möchten, dass sie sich weder im Unterricht langweilen, noch dass sie überfordert sind. Die Inhalte in Mathematik zum Beispiel unterscheiden sich deutlich zwischen Erweitertem und Grundlegendem Niveau und wir würden weder den einen noch den anderen gerecht werden, wenn wir allen im selben Klassenzimmer denselben Stoff vermitteln würden. Das ist in keinster Weise eine Abkehr vom Gemeinschaftsschulgedanken, ganz im Gegenteil, denn nur so ist gewährleistet, dass wir sowohl Schülern und Schülerinnen auf Grundlegendem als auch auf Erweitertem und Mittlerem Niveau gerecht werden.

In Klasse 9 und 10 werden die Hauptfächer in differenzierten und leistungshomogeneren Gruppen unterrichtet. Nur so ist es möglich, die eine Gruppe Schüler*innen auf den Hauptschulabschluss vorzubereiten und die andere weiter zu fördern, sodass sie im darauffolgenden Jahr bereit ist für den Realschulabschluss, bzw. den Übergang an eine gymnasiale Oberstufe nach Klasse 10.

Individualisiert, kooperativ und selbständig

Bei uns steht stets der Schüler bzw. die Schülerin im Mittelpunkt. Deshalb ist es uns wichtig, dass jeder auf seinem individuellen Niveau arbeiten kann. Niemals waren Klassen heterogener als heutzutage, selten die Unterschiede im Lerntempo größer. Jedes Kind und jeder Jugendliche ist anders und wir möchten diesen Umstand nutzen, indem wir jedem Einzelnen die Möglichkeit bieten, den zeitlichen Rahmen, den inhaltlichen Anspruch und Schwierigkeitsgrad individuell zu wählen. Von Woche zu Woche, von Fach zu Fach, von Thema zu Thema. Jeder Schüler und jede Schülerin entscheidet – auch in Rücksprache mit dem Lehrer – auf welchem Niveau er/sie arbeiten möchte. Wir unterrichten im Erweiterten Niveau, Mittleren Niveau und Grundlegendem Niveau, entsprechend den Vorgaben des aktuellen Bildungsplanes des Landes Baden-Württembergs. Wir bieten Sicherheit und Herausforderung, wir fördern und fordern, wir unterstützen und beraten, wir lehren und lernen individualisiert.

  • Jeder Schüler/jede Schülerin bekommt regelmäßige Lerncoaching-Gespräche für ein optimales Feedback und als Hilfestellung zur Entwicklung einer realistischen Selbstwahrnehmung.
  • Dreimal im Jahr setzen sich unsere Lehrer mit Kindern und Eltern zusammen und führen Standortgespräche, in denen die Lernfortschritte und Kompetenzentwicklungen gemeinsam reflektiert werden.
  • Das klassische Notenzeugnis haben wir weiterentwickelt zu einem Lernentwicklungsbericht, der differenzierte und kompetenzbasierte Lernrückmeldungen gibt, aussagekräftig, individuell und sowohl formativ als auch summativ.

Im Input erachten wir es für äußerst sinnvoll, auch kooperative Lernmethoden anzuwenden, um trotz der großen Heterogenität, gute Ergebnisse zu erzielen und nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. In Gruppenarbeiten übernehmen die Mitglieder Verantwortung für sich und die Gesamtgruppe, denn wir wissen, dass nur so gewährleistet ist, dass jeder das Beste gibt und die Arbeit gewinnbringend ist. Unsere Lerngruppen werden innerhalb einer Jahrgangsstufe in Nebenfächern gemischt, sodass ein abwechslungsreiches und gemeinsames Lernen mit unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen stattfindet.

Im Lernstudio arbeiten die Schüler*innen selbstständig an Aufgaben, die ihrem Lernniveau entsprechen. Sie lernen, zu lernen, sich zu organisieren und Verantwortung für ihren eigenen Lernfortschritt und Kompetenzerwerb zu übernehmen. An welchen Themen und welchen Inhalte gearbeitet wird, wird von den Lehrkräften festgelegt, ebenso die Form und der zeitliche Rahmen. Alle diese sogenannten Lernjobs stehen im direkten Zusammenhang zum Input. In Lernstudio-Zeiten wird teilweise alleine gearbeitet, teilweise in Partner- oder Gruppenarbeit. Die Kompetenzen werden vertieft und die Selbstständigkeit gefördert.

Kooperationen

Durch unsere Kooperation mit den umliegenden Gymnasien, wie auch Beruflichen Schulen, sind unsere Schulabgänger gern gesehene Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen. Besonders die enge Zusammenarbeit mit dem Schlossgymnasium Künzelsau soll an dieser Stelle hervorgehoben werden. Die Fachschaften der JFMS und des Schlossgymnasiums stehen im Austausch bezüglich Lehrwerke, Stoffverteilungspläne, Materialien, Literaturlisten, Anforderungen, etc. Der fruchtbare, kollegiale Austausch zwischen unseren Schulen bietet unseren Schülern und Schülerinnen ideale Voraussetzungen für den reibungslosen Übergang in die Sekundarstufe II. Alle Schülerinnen und Schüler, die in Klasse 10 auf dem Erweiterten Niveau gearbeitet haben und das Klassenziel erreicht haben, erhalten einen Platz am Schlossgymnasium.

Abschlüsse

Die Gemeinschaftsschule bietet nach Klasse 9 den Hauptschulabschluss und nach Klasse 10 den regulären Realschulabschluss an. Der Übergang auf ein Gymnasium ist bei entsprechender Leistung gewährleistet.

Hauptschulabschluss nach Klasse 9
Schüler*innen, die das 9. Schuljahr auf dem Grundlegenden Niveau arbeiten, absolvieren Ende Klasse 9 die Hauptschulabschlussprüfung. Für sie ist es nicht möglich, Lernnachweise auf dem Mittleren oder Erweiterten Niveau abzulegen. Die Schüler*innen erhalten für ihre Tests und Lernnachweise Ziffernnoten. Die Halbjahresinformation und das Endjahreszeugnis werden in Form von Ziffernnoten ausgegeben. Diejenigen, die auf Mittlerem Niveau bzw. Erweitertem Niveau ihre Lernnachweise schreiben, erhalten den Hauptschlussabschluss durch Bestehen der neunten Klasse (Durchschnittsnote von mindestens 4,0 – wie an der Realschule oder am Gymnasium), ohne die Hauptschulabschlussprüfung abzulegen. Die Schüler*innen erhalten für ihre Tests und Lernnachweise Ziffernnoten. Die Halbjahresinformation und das Endjahreszeugnis werden in Form von Ziffernnoten, wie auch Kompetenzraster ausgegeben.

Mittlere Reife nach Klasse 10 mit Prüfung
In Klasse 10 entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler, auf welcher Niveaustufe sie das gesamte Schuljahr lang arbeiten. Sie können nicht mehr zwischen den Niveaus wechseln. Alle Lernnachweise und Tests werden in allen Fächern auf einem Niveau abgelegt. Schüler*innen auf dem Mittleren Niveau erhalten am Ende des Schuljahres, nach einer erfolgreich abgelegten Realschul- Abschlussprüfung, die Mittlere Reife.

Mittlere Reife nach Klasse 10 ohne Prüfung
Wenn Schüler*innen das Schuljahr auf Erweitertem Niveau arbeiten (Durchschnittsnote 4,0), erhalten sie den mittleren Bildungsabschluss, ohne eine Prüfung abzulegen (wie am Gymnasium).